Episode 29: Draußen

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Wir öffnen die Tür, blinzeln ins Sonnenlicht, saugen die verbleite Luft ein und treten hinaus ins Freie der 80er Jahre! Vor uns liegen Garten, Straße, Wald, unbegrenzte Möglichkeiten!

Christian und Peter streifen in Folge 29 von Young in the 80s durch den Garten, schnallen die Rollschuhe an, packen die Frisbee ein, schwingen sich aufs BMX-Rad und radeln zum Spielplatz.

Zwischen Erinnerungen an all das, was man in den 80ern als Kind draußen gemacht hat, entwickeln die beiden todsichere Geschäftsideen und machen sich neue (tierische) Feinde.

Viel Spaß beim Hören und Kommentieren!

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37 Replies to “Episode 29: Draußen”

    • ADbar

      Wieder ein sehr schöner Podcast. Danke dafür.
      Und mal als Antwort auf eure Frage an die Hörer:
      Meine Uromma hatte auch immer Geranien auf ihrem Balkon. Die lebte im Saarland, also auch eher im Süden Deutschlands. Allerdings wohnte sie in einem kleinen Hochhaus, also keine Bauernhaus-Romantik. 😉

      Antwort
  1. Oliver Wunderlich

    Hallo, ihr beiden!
    Wieder eine schöne Sendung – ich bin ja wohl 10 Jahre älter und müsste eigentlich „Young in the 70ies“ hören, aber das gibt’s halt nicht.
    Doch sooo viel anders als meine war eure Kindheit wohl auch nicht. Indiaca und Frisbee gab’s bei uns auch schon und Torf und Chemie im Garten natürlich auch.

    Zwei Anmerkungen, obwohl ich ungern klugscheißen will (Ist gelogen, ich klugscheiße für mein Leben gern):

    Geranien und Pelargonien sind sozusagen Cousins, zwei verschiedene Gattungen der Storchschnabelgewächse. Storchschnäbel heißen im Altbayerischen die Geranien selber, um alles noch zu komplizieren. Die Pelargonien sind heute populärer, weil sie angeblich robuster sind und nicht so stinken. Aber das kann ich aus eigener Erfahrung nicht bestätigen…

    Aber dann wären da noch die Raben, die ihr überall seht. Ich befürchte fast, ihr meint Krähen. Die gehören, wie auch die geschmähten Elstern, alle zu den Krähenvögeln.
    In Deutschland hatten wir vor allem den Kolkraben, der ist aber fast ausgestorben. Schaut auch aus wie eine Krähe, ist aber deutlich größer. Im Wildpark Poing bei München konnte man den bewundern, das erkennt man, wenn man es einmal gesehen hat.

    Und: Elstern und Krähen sind tatsächlich erst langsam in den Siebzigern zu Kulturfolgern geworden. So wie wir damals auch noch keine Marder im Komposthaufen hatten.

    Hier, auf meiner Laufstrecke, beobachte ich immer, wie ganze Gangs von Krähen systematisch Bussarde, Habichte und Falken verjagen. Ich finde Peter sollte seine psychologische Kriegsführung lieber auf die Krähen ausrichten.

    Liebe Grüße und vielen Dank!

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  2. John Doe

    Schön mal wieder was von euch zu hören… 🤩

    Was mir zu den Spielplätzen noch einfällt: Mittelgroße bis große, graue Betonröhren durch die man krabbeln/kriechen konnte.

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    • Sebastian

      Yeah, wir konnten dadurch unter dem halben Dorf entlanglaufen, weil es Verbindungen von Nord nach Süd gab. So mit 12 Jahren war dann Schluss, blödes Wachstum 🙁 .

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  3. Heilmann

    Die vielen Paralellen sind echt der Wahnsinn! Ich (geb. 1975) meine manchmal mich selbst erzählen zu hören.

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  4. bernhard kirsch

    Fantastische Folge mal wieder! Kulturgeschichte, die ansonsten noch völlig unaufgearbeitet ist. Alle 5 Minuten möchte man rufen: „Ach Du Scheiße, hatte ich fast vergessen, aber genau so war’s“.

    Ich selbst war übrigens young in the 70s und in the 80s auch noch. Ersteres gibts leider noch nicht als Podcast. Vermutlich können die alten Tattergreise kein Mikrophon mehr halten. Ich kann’s gerade auch nicht. 🙂

    Winziges Fehlerchen: Fisher Price mit Fischertechnik verwechselt! Das geht ja gaaarnicht an! Fischertechnik war _mein Leben_ damals!

    Und jetzt noch ein frisch aufgemachtes Fass: WARUM lassen/schicken die Eltern heute ihre Kinder nicht mehr nach draußen? Ihr habt gesagt, ihr tut es wieder besseres Wissen auch nicht, ohne dann weiter darauf einzugehen. Aber WARUM? Früher hat man halt den Kindern gesagt, sie sollen nicht mit bösen Onkels mitgehen und nicht in den Fluß fallen und alles war gut! Heute fährt man sie mit schwachsinnigen schwarzen SUVs, wie sie in den 80ern nur Geheimagenten im Film hatten, zur 500 Meter entfernten Schule. DAS IST DOCH TOTAL IRRE! Da könntet ihr fast mal ne eigene Folge zu machen, auch auf die Gefahr hin, dass sie etwas ernster wird als sonst.

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    • Dennis

      Zum Thema „übervorsichtige Eltern“:
      Vielleicht ist da meine Erfahrung trügerisch weil ich in einem 7000 Seelen Kaff wohne und das dort vielleicht anders gehandhabt wird als in den Städten aber die absolute Mehrheit der Eltern die ich kenne lassen ihre Kids ungefähr so frei rumrennen wie das früher (also soweit ich das aus zweiter Hand beurteilen kann als jemand, der die 80er nicht erlebt hat) auch der Fall war. Der Unterschied ist halt, dass vermutlich durch eine Kombination aus mehr Verkehr, mehr Schreckensberichte durch unsere vernetzte Internetwelt und ein generell größeres Sicherheitsbewusstsein in der Gesellschaft (haben Peter und Christian ja auch am Beispiei des Giftspritzens erwähnt) heutzutage diese Helikoptereltern gibt, die denken sie müssten ihr Kind vor allen Problemen und Schmerzen beschützen. Aber ich glaube das ist ein typischer Fall von „eine Minderheitsbewegung überstrahlt den unscheinbaren Rest“.

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      • Sebastian

        7000 Seelen-Kaff? Ich komme ursprünglich aus einem mit 450 Seelen und selbst da weiß ich von Freunden, dass diese nicht mehr, so wie früher, jederzeit eine offene Tür haben und die Kinder jederzeit draußen spielen lassen, denn auch in diesem kleinen Dorf treiben sich gerne mal merkwürdige Gestalten herum, während auch durch die Vollzeitarbeit der Frauen/Mütter niemand mehr zu Hause ist.

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        • Dennis

          Offene Tür ist ja wieder was anderes, kannst den Kids ja einfach n Schlüssel geben. Aber spannend, wie unterschiedlich verschiedene Erfahrungen immer wieder sind.

        • Christoph!

          Bei uns Zuhause war die Tür immer offen, wir hatten auch außen eine Türklinke. Kleines Dorf an der Autobahn 🙂

  5. Marc

    Lieber Christian, der Peter hat dich nicht veralbert, Automaten für Fahrradschläuche gibt es wirklich. Sie hängen meistens an Fahrradläden, aber auch am Elbe-Radweg gibt es mindestens zwei. Die von Schwalbe sind blau, die von Continental sind gelb. Von Schwalbe gibt es sogar eine App für’s Smartphone, die einem den Weg zum nächsten Automaten weist.

    Auf der Elbinsel Kaltehofe steht einer von Schwalbe, daneben sogar eine Druckluft-Säule, damit man den neuen Schlauch nach der Reparatur auch direkt aufpumpen kann. Du würdest dich wundern, was es in Hamburg noch für skurile Automaten gibt. Hier gibt es eine Auswahl: http://www.hamburg.de/stadtleben/4042438/hamburgs-skurrile-automaten/

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  6. Dennis

    „Longboards“ heißen die langen Skateboards, Peter, und die sind super um flott von A nach B zu kommen, deutlich schneller in der Fortbewegung als Skateboards.
    Und Waveboards waren so Anfang dieses Jahrzehnts mal In aber sind so schnell gestorben wie sie gekommen sind.
    Ganz seltsamerweise habe ich in den letzten 2 Jahren wieder immer mehr Kids mit Heelies gesehen, bei denen ich auch dachte die wären schon lange tot.

    Abgesehen davon wieder tolle Folge, immer wieder spannend zu hören, was ihr in den 80ern schon hattet und wir in unserer 00er-Kindheit auch noch erlebt haben. Und ihr erzählt auch einfach beide so schön.

    Antwort
  7. Chris aus F.

    Ich hoffe es erschüttert Christians Weltbild nicht allzu sehr aber selbst in Freilassing gibt es einen Fahrradschlauchautomaten.

    Antwort
  8. Daniel Heisig

    Hallo,

    freue mich über jede Episode.
    Höre jeder Folge, fast wie bei stayforever.
    Herzlichen Dank dafür, haben schon so manche Hausarbeit- oder Handwerkerstunde verschönert.
    „in unserer geheimen Nürnberg-Folge“ hat mich dann dazu gebracht mal einen kleinen Betrag hierzulassen (eben per paypal), so wie ich es bei sf regelmäßig über patreon mache.

    Beste Grüße

    Daniel

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  9. Sebastian

    Selbst als Vertreter von Young in the 90s kenne ich noch viele eurer Freizeitbeschäftigungen, auf dem Dorf wuchsen wir einfach mehr in der Natur als mit Massen an Spielzeug auf. Ich kann aber Peters Ansicht nachvollziehen, dass Gartenarbeit einfach nur nervig ist, denn lieber mache ich mit einem Podcast im Ohr die Wohnung sauber, anstatt in einem Garten – einen solchen habe ich als Mieter zum Glück nicht – herumzuwerkeln. Vielleicht ist uns Beamten Dreckarbeit einfach nicht nahe genug 😉 .

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  10. Johannes

    Hola,

    Ich bin zwar erst in den 90ern geboren, hören den podcast aber trotzdem seit Beginn an sehr gerne und freue mich immer, wenn plötzlich eine neue Folge da ist.
    Bei dieser Folge wurde ich aber das erste mal so richtig an meine eigene Kindheit erinnert, das war eigentlich ziemlich cool.
    Macht weiter so 🙂

    Antwort
  11. Benjamin Gruber

    Danke für den tollen Podcast, den Spielplatz am hahnenkammsee kenn ich auch noch sehr gut. Komme gebürtig aus Weißenburg I. Bay. Und da waren wir oft dort. Es gab dort auch eine besonders lange Seilbahn. Zu regionalen Besonderheiten kann ich nichts sagen, weil I a a frange bin.

    Antwort
  12. Jens

    Hallo ihr zwei.

    Eigentlich eine schöne Episode – wie so oft. Ich erkenne doch immer wieder sehr viele Parallelen zur eigenen 80er Kindheit.
    Aber dieses elendige Cliché der Sinti und Roma als herumtingelndes, fahrendes Volk, das einem an der Haustür Sachen andreht, hätte Peter nun echt nicht bedienen müssen. Das ist dann doch erschreckend Achtziger und nicht 21. Jahrhundert. Das hätte nicht mal Mutter Theresa gewagt!

    Antwort
    • bernhard kirsch

      Da kenn ich aber schlimmere und falschere Klischees als dass einem wer auch immer an der Haustür Sachen andrehen will. Dabei hat er doch ganz brav nicht Zigeuner gesagt und wieder isses falsch! Sprechverbote nein danke! Außerdem: Young in the _80s_, gelle?

      Antwort
  13. Christoph

    Geranien waren auch im Rhein-Main Gebiet en Vogue.
    Das langsame Verschwinden des Nutzgartens und der Obstbäume kommt mir auch sehr bekannt vor.

    Antwort
  14. Svenja

    Huhu,

    Ich habe euren Podcast gerade erst entdeckt.
    Mein Mann hört euch schon länger und hat euch wärmstens empfohlen, daher haben wir Anfang der Woche auf einer langen Autofahrt eure neuste Folge gehört.

    So toll! Danke dafür.

    Was uns beiden sofort zum Thema Wasserspritzpistolen eingefallen ist: dieser spezifische Geschmack nach billigem Plastik und plörrig warmen Wasser, wenn man mega durstig an der Wasserpistole nuckelte/sich Wasser in den eigenen Mund spritzte.
    Diesen Geschmack hatten wir beide sofort auf der Zunge, als ihr das Thema aufgegriffen habt. Hat sich einfach eingebrannt.

    Jedenfalls nochmal danke für die schönen Erinnerungen, die ihr euren Hörern ins Gedächtnis gerufen habt.

    Antwort
  15. Arne V.

    Das war mal wieder eine sehr interessante und anekdotenreiche Episode, die zahlreiche Erinnerungen an meine eigene Kindheit in den Achtzigern und frühen Neunzigern geweckt hat. Wir haben damals in einem Einfamilienhaus mit großem Garten (knapp 1000 m², Rasen mähen war da die Hölle) gewohnt und ziemlich viel im Garten gespielt, im Sommer wie im Winter (jedenfalls so lange, bis ab Anfang / Mitte der Neunziger zuerst der Atari ST und später der PC zur ernsthaften Konkurrenz wurden).

    In einem großen Garten stehen natürlich auch viele Bäume, so hatten wir vier verschiedene, teils jahrzehnte alte Apfelbäume, einen Pflaumenbaum, einen Zwetschgenbaum, einen Birnenbaum (leider mag ich Birnen bis heute nicht) und einen ebenfalls ziemlich alten, knorrigen Sauerkirschbaum. Und dazu noch zwei große Haselnusssträucher, nur das die Dinger nie genießbar, da durchweg wurmstichig waren. Was Christian über die Wespen unterm Birnenbaum erzählt hat, kenne ich von unserem Pflaumenbaum. Der süßlich-gammlige Geruch des Fallobsts kommt mir sofort wieder in die Nase, wenn ich daran denke. Die Äpfel hat unsere Mutter immer zu Saft, Gelee, Kuchen und Apfelringen verarbeitet. Besonders letzteres mochte ich immer gerne. Wer’s nicht kennt: Dazu werden die Äpfel geschält, der Grieps (hochdeutsch: das Kerngehäuse) ausgestochen, die Äpfel in Scheiben geschnitten und dannan Bambusstöckchen aufgehängt im Backofen gedörrt. So halten sie ewig.

    Einen Nutzgarten hatten wir auch, der machte schätzungsweise die hinteren 10-15 Prozent unseres Gartens aus, getrennt von der Wiese durch eine Himbeerhecke. Der Nutzgarten war vor allem das Reich meines Opas, der nicht nur bei sich daheim Obst und Gemüse angebaut hat (dort machte der Nutzgarten etwa drei Viertel des Gartens aus, und er hat ihn bis ins hohe Alter von etwa 85 gehegt und gepflegt und war so ziemlich der letzte in der Siedlung, der überhaupt noch etwas anderes als Blumen angepflanzt hat), sondern auch bei uns. Er hat meinem Bruder und mir immer erzählt, dass er seinen Garten zuhause damals schon angebaut hat, als das Haus noch nicht mal bezugsfertig war.

    Angepflanzt hat unser Opa so ziemlich alles, was man sich an Obst und Gemüse vorstellen kann: Erdbeeren, Kartoffeln, Tomaten, Gurken, Zucchini, Topinambur, Gurken, Pfirsiche, Kürbisse, verschiedenste Bohnensorten, Salat, Radieschen, Spinat, Weiß-, Grün- und Blumenkohl, Kohlrabi, Kapuzinerkresse, Schnittlauch, Sellerie, Petersilie … und sicher noch einige Dinge mehr, die ich vergessen habe. Besonders skurril war der so genannte Braune Kohl, bei uns im Lipperland auch „Lippische Palme“ genannt, da der an einem langen Stängel in die Höhe schoss und bis zu 2,00 m groß werden konnte. Und mit viel Fantasie dann ein wenig palmenartig aussah.

    Blumen gab es vorwiegend bei uns zuhause im Garten, mein Opa hat davon eher weniger gehalten, schließlich konnte man die ja nicht essen. Geranien gab es bei uns meines Wissens nach nicht, eher Stiefmütterchen, Tulpen und vor allem Sonnenblumen. Und auch der Schnittlauch blühte ganz hübsch, wenn man ihn nicht rechtzeitig geerntet hat.

    Die heimische Tierwelt war auch bei uns eher profan, obwohl sich neben den üblichen Verdächtigen (Igel, Mäuse, Tauben, Amseln und Kaninchen) auch mal ein Zaunkönig oder eine Bachstelze in unseren Garten verirrte. Die hätte ich natürlich nie als solche identifizieren können, aber dazu gab’s ja den Opa. Das skurrilste Tier, das eine Zeit lang mal unseren Garten aufsuchte und sich mit Vorliebe auf die Fensterbank setzte, um ins Wohnzimmer hineinzuschauen, war ein großer Hühnervogel, vermutlich ein Fasan, falls mir meine Erinnerung und Google keinen Streich spielen. Mein Bruder und ich haben immer gescherzt, dass das bestimmt ein Roboter ist, der uns ausspioniert. Warum sonst sollte der immer durchs Fenster spähen?

    An Spielgeräten hatten wir bei uns im Garten nur einen Sandkasten, eine Schaukel gab’s lediglich bei unseren Großeltern (und bei einem Kumpel in der Nachbarschaft). Auch mein Bruder und ich haben mal versucht, aus alten Brettern ein Baumhaus zu bauen. In einem der Haselnusssträucher, weil der so viele schön verzweigte Äste hatte, an denen sich die Bretter gut befestigen ließen. Ich glaube, wir wollten die mit Schnüren festbinden, jedenfalls kann ich mich gut daran erinnern, dass ich einmal eine Schnur in der Hand hielt, die mein Bruder mit einer Schere abschneiden wollte, wobei er leider meinen rechten Daumen erwischt hat. Die Narbe ist heute noch gut sichtbar. Weil nebenan eine alte Hexe wohnte (jedenfalls haben wir die immer so genannt) und der Haselnussstrauch direkt an der Grundstücksgrenze stand, weshalb wir den Maschendrahtzaun als Kletterhilfe benutzt haben, war’s mit dem Baumhausbau aber bald vorbei. Denn die Nachbarin hat an der Stelle einfach einen Stacheldraht über den Zaun gezogen, sodass wir den Haselnussstrauch danach nicht mehr besteigen konnten (bzw. durften, weil unseren Eltern das zu gefährlich war).

    Noch ein paar andere Dinge, die mir beim Hören der Episode in den Sinn kamen, im Schnelldurchlauf (der Beitrag hier artet ja schon ziemlich aus und vermutlich liest eh keiner bis hierher): Wir hatten einen Schuppen, in dem nicht nur das Gartengerät stand (auch unser Opa war sehr ordentlich und alles hatte seinen festen Platz), sondern auch die Fahrräder. Die Gartenwerkzeuge hatten die Eigenschaft, dass die Stiele immer kürzer wurden, denn jedes Mal, wenn ein Stiel abbrach, hat unser Opa das abgebrochene Ende abgesägt und wieder an das Schaufelblatt o.ä. angenagelt. Der Stiel war schließlich noch gut, und ein neuer hätte bloß Geld gekostet. Das war zwar sparsam, aber auf Dauer nicht allzu rückenfreundlich.

    Das Gartenhaus war übrigens ursprünglich ein Hühnerstall gewesen. Gut erkennbar an den Resten der ehemaligen Hühnerstangen an den Wänden und der Klappe auf Bodenhöhe, die zum einstigen Freilaufbereich führte – der bei unserem Einzug sogar noch eingezäunt war, bis unser Opa den Zaun entfernt und dort ebenfalls Gemüsebeete angelegt hat.

    An Handrasenmäher mit ihrem markanten Geräusch habe ich auch noch gute Erinnerungen, allerdings hatten wir einen elektrischen Rasenmäher. Das Hantieren mit Kabeltrommel und Verlängerungsschnur war allerdings immer sehr nervig. Später gab’s dann einen Benzinrasenmäher, der zwar praktischer war, einen aber dafür immer irgendwie high gemacht hat, wenn man zu lange den Rasen mähte. Das gemähte Gras kam dann immer als Dünger und / oder Unkrautabdeckung auf die Beete.

    Wasserpistolen durften wir nie haben, wir haben immer neidisch auf die Super Soaker eines Kumpels in der Nachbarschaft geschaut. Einzig ausgediente Blumenspritzpistolen durften wir haben, denn die waren wenigstens kein Kriegsspielzeug (unsere Eltern waren dezent überpazifistisch). Im Winter haben wir Iglus gebaut, elektrische Heckenscheren gab’s auch schon in den Achtzigern (übrigens ist es sehr amüsant, wenn man beim Hecke schneiden das Kabel erwischt), die Nachbarn nebenan hatten ein privates Hallenbad und einige Häuser weiter gab’s ein Schwimmbecken, das wir aber nie mitbenutzen durften, da wir die Nachbarn dort nicht groß kannten. Ich weiß nur noch, dass denen das einmal zum Verhängnis wurde, als bei einem Gewitter der Blitz einschlug und dann alle Elektrogeräte im Keller hin waren.

    Auf der Straße haben wir auch gerne gespielt, da es eine Sackgasse war, gab’s dort auch nur Anliegerverkehr. Unser größtes Hobby war es, mit Kreide oder Steinen Straßen und Häuser auf den Asphalt zu kritzeln und dort dann mit Spielzeugautos langzufahren. Ein ferngesteuertes Auto hatte mein Bruder ebenfalls gehabt. Die gibt’s übrigens auch durchaus heute noch. Der Sohn von Bekannten hat 2011 zum 13. Geburtstag eines bekommen. Allerdings war er da schon fast zu alt dafür und hat es meines Wissens kaum benutzt.

    Zum guten Schluss (das soll ja schließlich keine Autobiografie werden, die würde ich ja nicht kostenlos veröffentlichen) noch eine kleine Anekdote: Anfang der Neunziger haben wir mal einen Weihnachtsbaum mit Wurzel und allem drum und dran gehabt, den wir nach Neujahr in den Garten gepflanzt haben. Die Fichte ist auch gut angegangen, leider zu gut. Wer hätte auch ahnen können, dass es keine gute Idee ist, einen Baum, der jährlich um einen halben Meter zulegt, direkt neben die Terrasse zu pflanzen. Die hat der Baum dann nach und nach in Beschlag genommen, bis er 2007 leider gefällt werden musste. Da war er schon größer als das Haus.

    Eigentlich schade drum, denn die Fichte war perfekt und schnurgerade gewachsen …

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  16. Tobias N.

    Jau, meine Kindheit war eigentlich ziemlich gleich. Immer viel Platz zum spielen. Im Haus wo ich die ersten jahre verbracht habe in einer Grossstadt, hatten wir einen Riesen Innehof, mit Wiese in der Mitte. Ausserdem hatten meine Eltern und Grosseltern einen Schraebergarten, wo ALLES angepflanzt wurde. Blumen, gemuese, Obst, Beeren ,Rhabarber, Obstbaeume. Den Rest der Kindheit habe ich so ziemlich in zwei Neubausiedlungen verbracht, wo noch jahrelang gebaut wurde nachdem wir eingezogen war. Da war immer genug zu spielen inden Baulochern, Rohbauten oder Erdhuegel. Ausserdem gabs Hinter der Siedlung noch ien Bach, der jahrelang zum Staudammbau missbraucht wurde.

    Diese Billig Wasserpistolen fand ich nie toll. Wir hatten so viel rumfliegen und die alle hatten hinten den weissen Plastikstoepsel,welche aber bei 99% unserer Spritzen leider fehlte. Dadurch waren die Dinger eigentlich nutzlos, weil andauernd Wasser hinten rausgeschwabbt ist.

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    • Sebastian

      Als Kind der 90er bin ich da froh, dass diese Zeit die neueren Modelle Marke Super Soaker brachten. Wer da noch eine Wasserpistole aus den 80ern vererbt bekam, hatte schon verloren 😀 .

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  17. Gregor

    Zu der „ferngesteuerte Autos“-Frage: Bei unseren Kindern ist das immer noch essentiell, zum 6.ten Geburtstag war der wichtigste Wunsch „ein richtiges ferngesteuertes Auto“ (also rel. groß und schnell) und damit wird im Hof mit den Nachbarkindern um die Wette gefahren, die auch alle eins haben.

    Antwort
  18. Niklas

    Mal wieder eine grandiose Folge! Es macht einen einfach Glücklich wenn man euch zuhört und man denkt an seine eigene Kindheit zurück.

    Vielen Dank dafür.

    Antwort
  19. Till

    Super Podcast, wollte eigentlich nur mal danke für die vielen Stunden bester Unterhaltung sagen. Macht weiter so!

    P.S.
    Ich war sehr verwundert das ihr nicht darauf hingewiesen habt das eigentlich ja Reinhard Mey dafür verantwortlich ist das es keine Maikäfer mehr gibt.
    Hat es ja auch in seinem Lied „Es gibt keine Maikäfer mehr“ verarbeitet 🙂

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  20. Al Pacino

    Mal wieder eine tolle Folge 🙂
    Ich habe immer versucht euch in der Phantasie zu folgen und mich dabei oft wieder gefunden. So soll es sein.
    Macht bitte weiter. Ich hoffe das euch die Ideen und Motivation niemals ausgehen.

    Antwort
  21. Jule

    Wir hatten leider nur einen winzigen Reihenhausgarten mit hügelger Wiese (war im Winter aber toll zum Schlittenfahren), ein paar Blumenbeeten an der Terrasse (da durfte ich mal eine Kartoffel einbuddeln) und Vorgarten und eine Schaukel aus Metall. Meine berufstätige Mutter (auch Lehrerin Grund- und Hauptschule) hatte keinen Bock auf Gartenarbeit, der war zum erholen. Es gab diese geflochtenen Holzlamellenzaunelemente über Eck, da konnte ein Draht für de Clematis gespannt werden und obenauf hatte mein Vater ein buntes Vogelhaus gebaut, er mochte diie Amseln so gern. Dann gab es einen Sichtschutz aus Bambus, meine Eltern waren da nicht so spießig. Und Tomaten auf dem Balkon ein paar Jahre. Aber an das „Badevergnügen“ mit dem Rasensprenger erinner ich (JG 76) mich natürlich auch noch…

    Zum Thema Spielplätze kann ich mich auch noch an die alten mit dem Karussel, Wippe, Rutsche, Schaukel aus Metall erinnern, die gab`s im Hof der Etagenwohnung, wo wir vorher wohnten, bis ich 5/6 war. Aber in der Grundschule gab es dann neuere aus Holz, so ein Holzgerüst, an dem mit Ketten runde Pfähle hingen, einige cm über den Gehwegplatten. Wahrscheinlich sollte man da einfach nur durchgehen und die Balance halten, aber wir haben uns lieber auf eins gestellt und sind dann wie irre von einer Seite zur anderen geschwungen. Und dann haben wir alle mit den Springseilen als Zügel umgebunden auf den oberen Längspfählen gesessen und reiten gespielt. Ob die Jungs das auch mitgemacht haben, weiß ich aber nicht mehr. Später gab es dann noch diese rot-weiß gestreiften Dinger: in der Mitte Metall mit einem Rundgriff im Kreis, unten eine runde Holzplatte zum draufstehen und unten drunter eine riesige Metallfeder. Da konnte dann die halbe Klasse drauf und dann gings rund. Großartig!

    Bei meinem Cousin gab es dann irgendwann auch diesen sensationellen Spielplatz mit einer Seilbahn, da wollte ich dann unbedingt immer hin, wenn wir zu Besuch waren. Und beim Grillen gab es selbstverständlich noch die Cevapcicis, das war das beste. Neben den hundert Soßen und den Salaten. Und Brotscheiben habe ich gegrillt, um dann mit Begeisterung dieses schwarzverbrannte Zeug zu essen.

    Natürlich haben wir Mädchen auch mit Puppen draußen gespielt, Gummitwist und Seilhüpfen; aber eigentlich haben wir alle zusammen gespielt. Neben Fahrrädern und Discorollern (diese bunten Rollschuhe mit Turnschuh dran, meine waren blau-gelb) waren eine zeitlang auch Stelzen angesagt. Hattet Ihr die nicht?
    Vor allem aber wurde in der Nachbarschaft fangen und Verstecken gespielt, oder im Garten der Freundin „Piraten“, „Internat“ o.ä. Rollenspiele. Ganz aufregend auch in deren altem Keller mit mehreren Räumen, in den man vom Garten aus kam: Geisterbahn. Einige haben sich versteckt und dann durfte einer rein und wurde erschreckt. Oder man musste Mutproben machen, wie mehrere Armbanduhren von allen anderen am Arm dem Polizisten, der immer Streife lief vorhalten und fragen wie spät es ist. Der Brüller…

    Einige Dörfer außerhalb unserer Kleinstadt nahe Hamburg hatten die Großeltern meiner Freundin ein Haus mit großem Garten dahinter, erst Rasen mit Bäumen, dahinter abgetrennt der Gemüsegarten und dahinter gab es noch ein riesiges Feld bis zum Wald. Dort konnten wir stundenlang in Ruhe spielen, sie, ihr kleiner Bruder und ich Einzelkind. Wir haben Gänge zwischen den Halmen gehabt und die Körner und Samen auf flachen Steinen zermahlt, das war die Mäuseapotheke. Hach ja…
    Und natürlich sind wir allein mit unseren Fahrrädern dahin gefahren!

    Meinen Sohn habe ich leider alleinerziehend in der Großstadt großziehen müssen, da konnte man die nicht allein rausschicken, da gab es nur Autos, Dealer und Hundekacke. So mit 8/9 durfte er zum Bolzplatz allein. Aber das war eher ungewöhnlich, ich wurde eher schief angeschaut, weil ich ihn ab der zweiten Klasse allein hab zur Schule fahren lassen. Eine Straße mit Ampel und einige Stationen U-Bahn. Konnte er prima allein.

    Antwort
  22. David

    Hui, mir war gar nicht bewusst, dass diese Folge solange in meinem Podcatcher lag, die ersten Beiträge hier sind ja schon von März. Bin erst bei der Hälfte, aber es ist schon jetzt eine ganz wundervolle Folge, mit ganz vielen Déjà-Vu-Erlebnissen und versunkenen Erinnerungen, die wieder nach oben blubbern.

    Schnecken habe ich ebenfalls im Garten gegeneinander antreten lassen, und Ameisen in Spinnennetze geworfen, um zu schauen, was passiert. Auch Kaulquappen haben wir aufgezogen, sogar im Wasserglas, bevor sie dann ab einem gewissen Stadium, in den Teich ausgesetzt wurden. Und Raupen haben wir im Marmeladenglas gezüchtet, bis sie sich verpuppt haben und als Schmetterlinge fortgeflogen sind.

    Und: Kartoffelkäfer! Wir sind mit meinen Eltern zum Kartoffelacker gegangen und haben Kartoffelkäferlarven eingesammelt, die man ebenfalls recht gut im Glas sich entwickeln lassen konnte, man wusste ja, was sie fressen wollen. Dann brauchte es nur noch eine Schicht Erde, in der sie sich verpuppen. Alles ganz wunderbare Erfahrungen, die heute so, glaube ich, nicht mehr möglich wären. Ich habe jedenfalls seit Jahren schon keinen Kartoffelkäfer mehr gesehen.

    Antwort

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