Episode 30: Sammeln

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Wie jedes Jahrzehnt haben auch die 80er eine Menge Dinge hervorgebracht, die zum Sammeln gedacht oder geeignet waren – und Christian und Peter haben, wie sollte es anders sein, fleißig mitgesammelt. In der 30. Episode von Young in the 80s öffnen sie ihre Alben, entstauben die Setzkästen und zeigen ihre Schätze. Metaphorisch gesprochen, denn in der Praxis ist das meiste längst weggegeben.

Wir sprechen über freche Aufkleber, sehenswerte Briefmarken, Sammelkärtchen und Figuren, über Handfestes wie Münzen und Mineralien ebenso wie über eine eher seltsame Leidenschaft für Zigarettenpackungen.

Viel Spaß beim Hören und Kommentieren!

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29 Replies to “Episode 30: Sammeln”

  1. Sebastian

    Ich war ja nie so der Sammler, bis auf Lustige Taschenbücher, die aber wegen der Inhalte und 2-3 Jahre lang die jährlichen Coladosen mit den Bundesligamannschaften – sogar Dynamo Dresden war da mal dabei. 🙂

    PS: Konnte als Kind der 90er in den 80er noch nicht sammeln, höchstens volle Windeln.

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  2. Christian

    Endlich mal wieder eine Folge. Sammle die ja 😉
    Am Freitag 8 Stunden Zugfahrt vor mir, die werden jetzt etwas erträglicher (jedenfalls 2 Stunden davon) 😉

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    • Sebastian

      Hehe, die Folgen von diesem Podcast sind auch die einzigen, die ich separat auf meiner Festplatte speichere, zwecks Sicherung 😀 .

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  3. Mullerkeks

    Sehr lustiger Einstieg, hab gut gelacht.
    Ich sammle übrigens Geld. Meine Sammlung ist leider nicht sehr groß, ich tausche das oft..

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  4. Sascha

    Schöne Folge!! Habe mal „Popples“ bei googke eingegeben und das gefunden https://www.google.com/search?hl=de&source=hp&ei=CYiaW-HLH8_1qwH89oKoDA&q=popples+stofftier&oq=popples&gs_l=psy-ab.1.2.0l10.601645.604595.0.609968.7.7.0.0.0.0.156.651.5j2.7.0….0…1c.1.64.psy-ab..0.7.648…0i131k1.0.Bu18kiRNhQI offensichtlich gab es auch eine Fernsehserie https://www.fernsehserien.de/die-popples Keine Ahnung ob beides (Die Fernsehserie und die Stofftiere) etwas miteinander zu tun hat, aber offensichtlich gab es sowas wirklich. Hab aber auch noch nie davon gehört!! Schöne Grüße aus NRW

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    • Sebastian

      Ich meine, dass die Mutter Lehrerin war, der Vater irgendein Techniker in einer Fabrik. Deswegen auch Vorstadtkinder, die selten ein echtes Freibad von Innen gesehen haben. Die Armut in diesen Stadtvierteln war früher echt erschreckend.

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  5. Sebastian

    wirklich erstaunlich wie ähnlich man sich war, das mit den Stickern (auch bei mir am Bett) hatte ich total vergessen, ebenso das blöde abkratzen mit ~12 Jahren.

    Mein Bruder und ich haben zusätzlich noch Aufnäher für Klamotten gesammelt, ich weiß noch das ich total neidisch auf meinen Kumpel war, der hatte einen US-Army Aufnäher und einen von MechWarrior (von seinem Vater aus den USA mitgebracht).

    Ich finde ja ansonsten die 90er hatten mehr zum Sammeln im Angebot, zum Glück war ich da schon zu alt…woebei, so blöde NBA-Sammelkarten hab ich teilweise auch noch gesammelt, überhaupt war damals bei mir im Umkreis immer alles super „cool“ wenn es aus den USA kam.

    Ich glaube jede Generation sammelt irgendwas, ich weiß dass mein Neffe damals (um das Jahr 2000) 40GB!!!! Mp3 hatte…wir dachten damals wirklich er hätte DAS Musikarchiv der Welt auf seinen Festplatten gesammelt.

    Nächstes Thema (als Vorschlag):

    Literatur in den 80ern!

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  6. André

    Eine der schönsten Folgen seit langem… ich musste ein paarmal laut lachen, aber auch wohlig-schöne Erinnerungen kamen hoch….

    Briefmarkensammeln habe auch ich durch meinen Opa kennengelernt, und auch wenn ich seit >30 Jahren nicht mehr aktiv sammle, habe ich die Alben alle noch hier, und hin und wieder schau ich mit meinen Kindern mal rein…

    Und auch alles andere – Aufkleber, Schlümpfe, MIneralien,… das war echt eine Zeitreise in meine Kindheit.
    Fussballbilder hab ich nie gesammelt, aber ich hatte unter Anderem das CaptainFuture Album von Panini komplett, und dass DAS verschwunden ist, ärgert mich heute noch…
    Was vielleicht echt fehlte in der Folge waren Computerspiele. HEUTE sammelt man ja „Retro“, also Originale, die man sich früher nicht leisten konnte.
    Damals sammelte man „Leerdisketten“, die hatte ja auch jeder von uns zu Hunderten…
    Ach ja, einen Popple hatte meine Schwester, das war so ein Stofftier mit einer Tasche zum umklappen, so dass es dann wie ein Stoffball aussah…

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  7. Micha

    Immer wenn ich über Popples sprach in meinem Leben, schaute ich in leere Gesichter. Zeitweilig habe ich ernsthaft geglaubt, mir die Popples nur eingebildet zu haben. Und dann das! Es gibt noch jemanden, der sich an sie erinnert. Mein Leben hat wieder einen Sinn.
    Nebenbei: Ihr seid nicht die einzigen, die Zigarettenschachteln gesammelt haben. Ich habe diesem fragwürdigen Hobby ebenfalls gefrönt. In den 80ern waren Eltern um einiges entspannter. Man stelle sich das heute vor.
    In meiner Wahrnehmung war die Markenvielfalt damals größer. Und die Designs wirklich schön teilweise. Aus ästhetischen Gesichtspunkten also ein absolut vertretbares Hobby.
    Sonst, Kronkorken. Ohne Ende. Eine Mischung aus „auf Masse“ und „auf Vielfalt“. Irgendwie hatte das schon alles in allem was Messihaftes.
    Heute übe ich mich in Reduktion und versuche möglichst nichts überflüssiges zu besitzen. Und das ist auch eine Form von Kunst.
    Danke für euren Podcast. Ich habe alle Folgen mehrfach gehört. Wenn gar nichts mehr geht – Young In The 80s geht immer. Obwohl ich aus Berlin (West) bin (Jahrgang 80), gibt es erstaunliche Parallelen in so vielen Details zu meiner eigenen Kindheit. Es macht großen Spaß euch zuzuhören.
    Ich höre Podcasts seit einer Zeit, in der es noch nicht mal so hieß. Habe dutzende Abonniert. Aber ihr seid mein absoluter Lieblings-Wohlfühl-Podcast.
    Bitte nicht aufhören!

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  8. Pingback: Wochenschau 2018-37: Harrr... ! | Jaegers.Net

  9. Christoph

    Mhh nach langem Warten und regelmäßigem, an jedem Wochenende Kontrollieren endlich nach gut einem halben Jahr eine neue Folge! Wir haben es verdient!

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    • Sebastian

      Tipp: Lad dir eine Podcastapp aufs Handy, bei mir werden alle Folgen von Yit80s automatisch heruntergeladen (nutze Castbox).

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  10. Schwabenspätzle

    Oh, ja! Endlich wieder eine Folge…mmh, mit „Sammeln“ verbinde ich spontan Sucht und andere Sünden, ich bin gespannt und werde gleich mal den Cast starten.
    Weiterso, liebe Schmidts.

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    • Heilmann

      >> Sünden

      Stimmt! Das Panini-Album ‚Die Rückkehr der Jedi-Ritter‘ war mein erster Kontakt zur „dunklen Seite der (Popkultur-) Macht“!

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  11. Heilmann

    Knibbelbilder aus dem Hause Coca-Cola:
    Motiv-bedruckte Gummidichtungen aus Kronkorken puhlen!
    Unschlagbarer Geruch!
    Mein Favorit: Das Zeppelin!

    Gab’s da nicht sogar ein Sammelposter?

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  12. David

    Bin noch nicht ganz durch, aber muss grad mal ein paar Gedanken im Kopf loswerden. Sehr schöne, unterhaltsame Folge bis hierhin, das Intro war gelungen, und über die „Frechen Steine“ hab ich ebenfalls gelacht.

    Aufkleber: Die waren bei mir auf dem Kleiderschrank, und haben interessanterweise die Pubertät überlebt. Für mich war das dann irgendwie ein Kleinod aus der Kindheit, ich habe die Aufkleber gar nicht mehr richtig wahrgenommen, gestört haben sie mich aber auch nicht. Effekt: Der Schrank steht noch heute voll beklebt im Keller des Elternhauses. Gelegentlich laufe ich dran vorbei und wundere mich, was es damals für Aufkleber gab. Vor allem haben da sehr viele Aufkleber von Marken ihren Weg hingefunden: Nike, Konica, irgend eine längst vergessene Schuh-Marke. Außerdem ganz prominent: Zwei Aufkleber der „Asterix“-Filme, die damals im Kino kamen, „Sieg über Cäsar“ und „Bei den Briten“ (1985 und 1986). Und einige der Ferrero-Aufkleber haben es auch drauf geschafft, ich glaube, das waren vor allem „Doppelte“ (witzig natürlich, dass auf diese Weise die doppelten Bilder die Zeit länger überstanden haben, als die eigentliche Serie, die sonstwo verschwunden ist).

    Aufkleber auf Autos: Interessante Bemerkung, dass auf Autos heute weniger Aufkleber sind. Ist mir bislang gar nicht aufgefallen, könnte aber stimmen, was generell „lustige“ Aufkleber oder ähnliches betrifft. Aber ich würde widersprechen, wenn ihr sagt, es sind nur noch Kindernamen und Christen-Fische. Nach wie vor wird die Zugehörigkeit zu Fußball-Vereinen mit Aufklebern kenntlich gemacht (hier in Darmstadt hat gefühlt jedes zweite Auto eine Lilie auf dem Heck… aber gut, ihr kommt ja aus einer Stadt ohne nennenswerten Fußballverein…;) ;), genauso wie die Verbundenheit mit Ländern (Schottland-Aufkleber, etc.) oder mit Orgen (Sylt-Aufkleber), ich bilde mir auch ein, gelegentlich noch Aufkleber von Bands zu sehen.

    Sammelbilder: Ich hatte nie ein Fußball-Pannini-Heft, aber ich hatte Anfang der 80er mal angefangen, ein Sammelalbum mit Tierbildern zu bekleben. Zu der Zeit muss ich noch sehr wenig Taschengeld bekommen haben, die Quelle neuer Packungen waren meistens meine Eltern. Ich erinnere mich noch krass lebendig an einen Tag, als mein Vater mir fünf neue Päckchen mitbrachte (was riesig viel erschien), ich alle aufgemacht habe, und fast nur Doppelte hatte. Seit diesem Tag habe ich nie wieder Sammelalben angefasst, ich war tatsächlich auf einen Schlag komplett vom geldausgebwahnsinnigen Sammelalbumsammeln geheilt. (Dieses Jahr habe ich mit meinen Kindern zur WM wieder Fußballbilder gesammelt, allerdings nicht Panini, sondern die Tschutti-Heftli-Bilder, die sowohl ästhetisch als auch finanzell die weitaus bessere Wahl sind).

    Überraschungseier: Ich hatte schon mal erwähnt, dass fast jede Folge von euch einen Erinnerungsschnipsel aus meinem Gehirn ans Tageslicht befördert, den ich komplett vergessen hatte. An vieles aus den 80ern kann ich mich spontan oder auf Nachfrage erinnern, aber immer wieder gibt es Dinge, an die ich ohne euch niemals gedacht hätte. Die Schildkröten waren es diesmal. Ich bin da bei Peter und gegen Christian: In meiner Erinnerung waren die Schildkröten viel spannender als die Happy Hippos, die mir irgendwie schon zu durchgestylt schienen. Mit den Schildkröten habe ich, glaube ich, in der Badewanne gespielt. Dass die wiederum „Tapsy Turtles“ oder „Tapsi Turtles“ oder wie auch immer hießen, wusste ich glaube ich schon damals nicht. War mir aber auch egal.

    Nebenbei: Meine älteste Tochter (7) hat bereits jetzt schon das Interesse an Ü-Eiern verloren, weil es sie nervt, dass da jedes neue „Spielzeug“ ein Stück ist, woran man nach zehn Minuten die Lust verliert. Als Christian mit seinem McDonalds-Rant anfing, dachte ich ja kurz, er würde ebenfalls die sinnlose Produktion von Plastikschrott anprangern, aber dann ging es nur um den Marketingnamen für den Plastikschrott. Ein klein wenig fehlt mir bislang in der Folge die Diskussion darüber, was das eigentlich für ein Irrsinn ist, wie zahlreiche Unternehmen schon damals und zum Teil bis heute Plastik produzieren, nur um Kinder für ihre Produkte zu begeistern, und die Produktion von prinzipiell sinnlosem „Spielzeug“ damit rechtfertigen und anheizen, dass man es sammeln kann. Seien wir ehrlich: Überraschungseier schmecken eigentlich verdammt mies, oder?

    Briefmarken: Meine Eltern oder Großeltern waren keine Briefmarkensammler, aber ich hatte Verwandte in Amerika, die mir einmal ein dickes Briefmarkenbuch mit Markenvordrucken aus aller Welt (!) mitgebracht haben. Da habe ich mich dann tatsächlich ein Jahr lang oder so mit beschäftigt, da waren tatsächlich Jahresserien aus Ländern weltweit drin, mit Ländern, von denen ich noch nie gehört hatte, Nepal und Belize und ähnlich wie eure Schilderung vom Tukan auf Geldscheinen war es ähnlich faszinierend, sich da reinzustürzen, da gab es dreieckige Briefmarken und die irrsten Motive. Ich glaube, es gab auch direkt „Kilo-Ware“ aus aller Welt mit dabei. Natürlich hatte die Sache einen Haken, und das Buch war, obgleich monströs dick und prinzipiell auch erweiterbar, nicht vollständig, immer wieder fand man also Marken, die da gar nicht reinpassten. Spaß hat es trotzdem gemacht… eine Zeitlang. Ich glaube, im Gegensatz zu euch und vor allem zu Christian, bin ich kein Sammler. 😉

    Geldscheine und Münzen: Der Schein, den ich mir aus der Vor-Euro-Zeit aufgehoben habe, war der 50-Franc-Schein mit Zeichnungen des Kleinen Prinzen drauf. Wobei das schon Ende der 80er/Anfang 90er war, dass der rauskam. Ich mochte das Fünfmarkstück übrigens ebenfalls, vermutlich, weil es so schwer in der Hand lag, war damals aber auch vom britischen Pfund sehr beeindruckt, das ebenfalls viel massiver war, als die Mark-Münzen.

    Muscheln: Während man heutzutage, glaube ich, tatsächlich kaum noch Briefmarken und Mineralien sammelt oder Setzkästen befüllt (den Setzkasten als Kuriosum für Kleinkram habt ihr, glaube ich, zu wenig gewürdigt, ich habe gerade mal nachgesehen, und der Wikipedia-Eintrag zu „Setzkasten“ auf Deutsch ist ausführlicher, als der Englische, das sagt doch schon was…), sind Muscheln, denke ich, etwas, das man bis heute „sammelt“, wenn eine Familie ans Meer fährt. Das bietet sich viel zu sehr an: Die liegen da im Sand rum, sind schön anzuschauen, man kann einen Wettbewerb machen, „wer die schönste Muschel findet“, und am Ende hat man eine Erinnerung an den Urlaub. Ich weiß nicht, ob ihr im weiteren Verlauf der Folge noch dazu kommt, aber ich würde sagen, man hat in den 80ern sowieso viel, viel mehr „aus dem Urlaub“ gesammelt und mit nach Hause genommen. Postkartenmotive, Eintrittskarten, Faltpläne, Prospekte… heutzutage läuft ja so viel digital ab, dass man vieles davon gar nicht mehr braucht und also auch gar nicht mehr mitnimmt.

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  13. Holger

    Moin!
    Endlich neuer Hörstoff von Euch und dann gleich so ein schönes Thema (und parallel dazu auch noch Unreal „nebenan“)…
    Christian, zu Schreckenstein: Es waren 27 Bände und das Ende leider offen, da Oliver Hassencamp durch einen unverschuldeten Autounfall ums Leben kam.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Schreckenstein
    Die Bücher sind Mitte der 2000er nochmal mit leichten Aktualisierungen – gegenüber den Schneider-Buch-Originalen – aufgelegt worden; die sehr leichten Änderungen bezogen sich auf „Aus einem Telegramm wurde eine Email oder ein Fax etc.“.
    Ferner sind zu der Zeit auch die – von Rufus Beck überragend gelesenen – ersten 6 Folgen als Hörbücher erschienen.
    Bei ebay, Amazon und Co. findet man die Bücher allesamt zu überwiegend auch sehr moderaten Preisen; 1-5 gibt es sogar für den Kindle (damit aber natürlich ohne Charme).
    Unser Sohn (10 Jahre) entdeckte in diesem Sommer meine 27 Bücher und „frässt“ sich seitdem durch den Schreckenstein-Zyklus (und ich parallel mit)…
    Ein großer Spass wartet da auf Dich und Deinen Sohn 😉
    Gruß,
    Holger

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  14. Heilmann

    Der (Auto-) Aufkleberkult der 80er musste dem neuzeitlichen Tätowierungswahn weichen!
    Dieser wurde allerdings schon damals vom sammelbaren (!) Tätowierbildchen mit Kaugummi (Bsp: ‚Dandy Tattoos‘) vorweggenommen…

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  15. Jule

    -Ein Herz für Kinder. Jupp, war überall. War das nicht von der BILD-Zeitung?
    -Freche Früchtchen… Jaaa, genau, völlig vergessen, dabei fand ich die ganz toll.
    -Poesiealbum: Ins Poesiealbum wurden keine Aufkleber geklebt, sondern Oblaten. Mit und ohne Glitzer. Und die haben wir ausgiebigst gesammelt, in diesen Photoalben mit den ganzen gummierten Seiten und der durchsichtigen Folie darüber. War wahrscheinlich wieder so´n Mädchending.
    -Duplo/Hanuta: Es gab Karl-Heinz Rummenigge, das war der Held. Mehr weiß ich nicht, bei uns zuhause wurde nie Fussball geschaut. Aber mit meinem Sohni habe ich wie bekloppt zu jeder EM und WM die Alben möglichst vollgesammelt. Ich habe wertvolle Lebenszeit in Supermärkten an den Kassen zugebracht und die ganzen Duplos inspiziert nach gesuchten Bildern, denn bei Duplo kann frau ja durch die Verpackung durch die Bilder erkennen. Daher gab´s eher die. Und bei Hanuta klebt ja auch eher Schokolade am Aufkleber. Da kann man übrigends auch fehlende Biilder nachbestellen.
    Ich bin mir nicht ganz sicher, ob nur bei Panini die glitzernden Vereinslogos waren? Das hatten wir nur ein Mal, war mir zu teuer. Aber das ist ja erst vor etwa zehn Jahren gewesen…
    -Panini habe ich nur ein einziges Mal als Kind gesammelt mit der ganzen Klasse, das war Snoopy.
    -Prilblumen gab´s ja auch noch-
    -Briefmarken habe ich auch als Mädchen gesammelt! Allerdings nicht so lange, da das sonst niemand gemacht hat. Am schönsten waren immer die ausländischen, mein Papa hat immer extra ganz viele auf die Briefe aus Costa Rica geklebt, wo er als Expeditionsleiter eine Zeit lang regelmäßig war.
    -Münzen sind heute schöner? Nein! Das wunderschöne 50-Pfennig-Stück mit der knieenden Frau. Die schönste deutsche Münze ever!
    -Eine Mineraliensammlung hatte ich dank Papa auch, im Plastik-Aufklapp-Werkzeugkoffer müsste die noch im Keller meiner Eltern stehen. Wiir waren sogar einmal auf einer Mineralien-Messe in Hamburg! Das versteinerte Holz war dort am Tollsten… Riesige Baumscheiben wie Achate.
    -Ü-Eier: Häh? Natürlich waren die FIGUREN begehrt!!! Gerade die Happy-Hippos. Die Tapsy Turtles habe ich aber auch schon gesammelt.
    -Schlümpfe: Oooooch. Ich habe mir immer ein Schlumpfhaus gewünscht und nie bekommen. Erinnert Ihr Euch noch an diesen Steinzeit-Wilden mit dem (Tiger-?)Fell an, dunklen Zottelhaaren, in braunrot mit dem Speer in der Hand? Wieso war das eigentlich ein Schlumpf? War ja auch nicht Gargamel…Hmmm.
    -Bügelbilder? Dunkle Erinnerungen. War neon…
    -Und Buttonmaschinen gibt es immer noch, beim Kirchenfest haben wir mit den Pfadis mal welche gemacht.
    -Und diese bescheuerten bedruckten Schaumgummiplättchen in den Fantaflaschendeckeln. Was zur Hölle sollte das denn bitte. Und warum habe ich die rausgepopelt und gesammelt???

    Bei meinen Großeltern gab es im Bücherregal in dem Zimmer, in dem ich als Kind immer schlief -gruselig!- ein Adolf-Hitler-Sammelbilderalbum (von irgendeinem Laden glaube ich), eins mit postkartengroßen Bildern vom ersten Weltkrieg mit Leichen in Schwarz-weiß auf Schlachtfeldern und eine Dose mit Zigarrenbanderolen. Da war eine Schachtel auch mit beklebt. Vonwegen Sammeln früher… Da mein Opa 1978 starb und meine Oma 1989, als ich gerade erst 13 und sie schon ewig krebskrank war, sind die um die Diskussionen über ihre Gesinnung in der NS-Diktatur mit mir herumgekommen. Kotzwürgbrech!!!

    Als Kind durfte ich keine Aufkleber auf Möbel kleben. Heute ist mein Kühlschrank mit Polit-Aufklebern beklebt, aber erst seit einigen Jahren, seit ich Veganerin bin. Post-Milk-Generation, Animal Liberation, PETA, Anti-Speziezismus und so. Und anlässlich Fukushima und den Anti-Atomkraft-Demos wurden doch auch die Aufkleber en masse neu gedruckt, einer klebt auf dem hinteren Schutzblech meines Fahrrads, sozusagen das Pendent zum Heck des Autos früher 😉 Da klebte ja immer Sylt.

    Bitte lasst Euch nicht wieder so lange Zeit mit der nächsten Folge. Disziplin, die Herren Schmidt! Aber immerhin knapp zwei Stunden schwelgen in verklärten Erinnerungen. Diese leuchtendrote Briefmarke mit den Radarantennen… Hach…

    Und diese Popples müssen so ein Gerücht sein. Nie gehört. Wie Bielefeldt.

    Antwort
  16. Karsten

    >> Das wunderschöne 50-Pfennig-Stück mit der knieenden Frau. Die schönste deutsche Münze ever!

    Kommt mir auch so vor!

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  17. David

    Nachtrag: Ihr habt zwar einerseits recht, dass „Bücher und Serien sammeln“ streng genommen eher in eine Folge zu Büchern, Lesen und Comics gehört, allerdings würde ich eine Ausnahme machen, und ihr hattet sie sogar, glaube ich, kurz erwähnt: Bei den „Lustigen Taschenbüchern“ fing man genau in den 80er Jahren mit dem Trick an, die Buchrücken so zu gestalten, dass sich beim Sammeln ein Bild ergibt (hab gerade nochmal nachgesehen, laut Wikipedia war es Band 119, der 1987 herauskam, an dieses erste Rücken-Motiv, das einfach nur Gesichter nebeneinander zeigte, erinnere ich mich auch noch gut).

    Das zielt natürlich glasklar auf den Sammlertrieb ab und hat, soweit ich das beurteilen würde, keinen weiteren Hintergrund: Der Käufer soll dadurch dazu getrieben werden, die Serie möglichst vollständig zu kaufen („Sonst sieht das ja nicht schön im Regal aus“), sprich, es geht bewusst über den von Christian angesprochenen Reflex „Es hat Nummern, als kann man es sammeln“ hinaus. (Ich nehme mal an, die Bravo-Starschnitte und ähnliches hatte genau denselben Hintergrund).

    Und soweit ich das aus meiner eigenen Biographie erinnere, hatte es auch exakt diesen Effekt. Während ich bis dahin die Lustigen Taschenbücher mehr oder weniger wahllos gekauft hatte, habe ich diese erste Buchrücken-Reihe, glaube ich, im Keller des Elternhauses heute noch vollständig stehen.

    Antwort
  18. Heiner

    Sachen von mir zu der Folge:

    1. Zum Jagen und Sammeln: Das kenne ich aus dem Naturschutz bzw. bei Artenkennern. Das suchen und beobachten von Arten ist auch eine Spielart des Sammelns, da über die gesichteten Arten oft Listen geführt werden – ganz exemplarisch z.B. bei Herbarien oder den Vogelkundlern: Diesen Vogel habe ich schon gesehen, der fehlt noch, dieser wurde hier erstmals beobachtet usw. Teils wurden auch Insekten gesammelt und für Sammlungen genadelt (heute weniger). Was Christian mit den Schachteln beschreibt – man fährt zu einem Ort und versucht dort sein Glück, vielleicht wird man belohnt – das gibt es dort auch.
    Aber es ist dabei auch so wie mit anderen Sammelleidenschaften: Nur, wer etwas über die Sache weiß, kann sich dafür auch begeistern. Eine unscheinbare, seltene Heuschrecke löst besonders bei demjenigen Begeisterungsstürme aus, der sie auch als solche erkennt – dasselbe gilt auch für eine seltene Ü-Ei-Figur (die für mich übrigens als Kind schon das Highlight waren, also besser als das Zeug zum Zusammenbauen. Ich und meine Geschwister versuchten, durch Schüttelprobe im Supermarkt am Geräusch des Ei-Inneren zu erraten, ob da eine Figur inside ist.)

    2. Strandgut: Ich habe erst heute etwas dazu gelesen – es gibt sogar, im Englischen, ein Wort für das Sammeln von Strandgut als Freizeitaktivität, nämlich beachcombing. Aus Wikipedia: „Sophisticated recreational beachcombers use knowledge of how storms, geography, ocean currents, and seasonal events determine the arrival and exposure of rare finds.“

    3. Meine Sammelerfahrung: Ich bin Jahrgang 90. Aber etliches, was im Podcast erzählt wird, galt in meiner Kindheit auch noch: Happy Hippos, Sticker aus Hanuta und Duplo. Ich erinnere mich noch daran, dass ich als Kind dachte, dass auch ich etwas Sammeln müsste. Denn jeder sammelt doch irgendetwas. Ich hatte also einen Kinderschuhkarton mit ein paar Briefmarken, Lavagestein und Bergkristall aus dem Fichtelgebirge, ein paar Ammoniten, Katzenfiguren, einen Karton mit Münzen aus aller Welt (Italien), Aufkleber (die ich aber direkt auf meinen Nachttisch geklebt habe), Megatrumpf-Spielkarten. Bei einem Polterabend beim Nachbarn fiel ein großer Haufen Kronkorken an, den ich, zusammengekehrt, nach dem Polterabend geschenkt bekam – ich beschloss, Kronkorken zu sammeln, immerhin hatte ich dann schon mit denen einen Haufen, den ich schon nicht mehr selbst sammeln musste. Nach zehn Tagen warf die Mama die Kronkorken mit meiner Genehmigung weg. Diese ganze Sammelei hatte mich damals nicht gepackt. Erst halt die Naturbeobachtungen, später.

    Jetzt denke ich an den Stein aus der Sammlung meiner Großmutter. Aber das wäre wieder eine eigene Geschichte – ich assoziiere hier ja sonst noch ewig vor mich hin.

    Antwort
  19. Stephan R.

    Liebe Schmidt-Brüder,

    Eure dreissigste „Young in the 80s“ – Folge – ein kleines Jubiläum.
    Und Zeit für mich, um DANKE zu sagen. Danke für viele Stunden voller wunderbarer Nostalgie, fast vergessener Erinnerungen, heimeliger Gefühle und kindlichem Spaß. Es ist schwer zu beschreiben, wie wertvoll Euer Podcast für mich – und bestimmt auch für viele andere – ist. Jede neue Folge sehne ich herbei wie das Weihnachtsfest an dem ich den C64 bekommen habe.

    Danke für dieses wunderbare Geschenk
    Stephan

    Antwort

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